Das Konto gehört dir, nicht deiner Agentur
Bevor irgendetwas geklickt wird, gehört dieser Satz an den Anfang: OpenAI sieht vor, dass jeder Werbetreibende sein eigenes Werbekonto anlegt und Team oder Agentur danach unter Einstellungen, Nutzer, Einladen dazuholt. Genau so steht es in der Antwort des OpenAI Ads Support.
Das klingt nach einer Formalie und ist eine der teuersten Weichen im ganzen Ablauf. Wer die Agentur das Konto anlegen lässt, verliert bei einem Wechsel die komplette Kampagnenhistorie, also genau die Daten, für die er die Lernphase bezahlt hat.
Was du vor dem Start bereithalten solltest
Schritt für Schritt
1. Konto anlegen
Registrierung auf ads.openai.com. Das Werbekonto ist unabhängig von deinem ChatGPT-Abo. Ein Konto lässt sich auch dann anlegen, wenn dein Land noch nicht freigeschaltet ist, buchen kannst du dann aber nicht. Für Österreich ist das seit 1. September 2026 kein Thema mehr, das Land steht im OpenAI Help Center auf Available.
2. Unternehmen verifizieren
Ohne abgeschlossene Verifizierung liefern Anzeigen nicht aus, auch wenn die Kampagne im Konto aktiv aussieht. Der Ads Manager zeigt in diesem Fall ein Hinweisbanner. Das ist die häufigste Ursache für den Satz "meine Kampagne läuft, aber es passiert nichts".
3. Kampagnenziel wählen
Diese Entscheidung ist endgültig. Ein nachträglicher Wechsel des Kampagnenziels ist nicht vorgesehen, wer umschwenken will, setzt die Kampagne neu auf und verliert die bisherige Lernphase. Entscheide das nüchtern und vorher, nicht im Aufbau.
4. Budget festlegen
Zwei Möglichkeiten: ein Tagesbudget ab 15 Euro oder ein Gesamtbudget für die Laufzeit. Wichtig zu verstehen: das Gesamtbudget ist eine Ausgabengrenze, keine Aussteuerung. Es verteilt die Ausgaben nicht gleichmäßig über die Laufzeit. Und der Wechsel vom Gesamt- auf ein Tagesbudget ist die zweite Einbahnstraße, zurück geht es nicht.
5. Anzeigengruppe und Aussteuerung
Hier ist der größte Unterschied zu Google Ads: es gibt keine Keywords. Gesteuert wird über
Zielgruppenlisten, Retargeting und personalisierte Aussteuerung gibt es im europäischen Raum nicht. Wer eine Kampagnenstruktur aus Google Ads eins zu eins übertragen will, läuft hier gegen eine Wand.
6. Anzeigen schreiben und einreichen
Jede Anzeige durchläuft eine Prüfung. Danach steht sie im Ads Manager auf Serving oder Not serving. Beim Status Not serving zeigt ein Hinweis den Grund an. In der Praxis sind es fast immer dieselben fünf:
7. Messung anschließen
Der Ads Manager unterstützt Conversion-Messung und klickbasierte Gebote, seit Mai 2026 zusätzlich conversion-optimierte Gebote. Ohne angeschlossene Messung optimiert das System auf Klicks statt auf Abschlüsse. Du bezahlst dann die Lernphase zweimal: einmal für Klicks, die nichts bringen, und später noch einmal für die richtige Optimierung.
Was der Ads Manager heute kann und was nicht
Er unterstützt Kampagnenerstellung einzeln und als Massenupload, Auswertung nach Einblendungen, Klicks und Ausgaben mit CSV-Export, Rechteverwaltung, API-Schlüssel und Abrechnung. Was fehlt, kommt laufend dazu, OpenAI bezeichnet den Ads Manager ausdrücklich als Beta.
Ebenso ausdrücklich sagt OpenAI: es gibt noch keine Branchen-Benchmarks. Wer dir heute eine belastbare Vergleichszahl für deine Branche vorrechnet, hat sie sich ausgedacht.
Fazit
Der Aufbau selbst ist an einem Vormittag erledigt. Teuer wird es an zwei Stellen, und beide liegen vor dem ersten Klick auf Speichern: das Kampagnenziel und die Budgetart. Wer die beiden Punkte durchdacht hat, kann den Rest in Ruhe lernen.